043: Depression und Neuroplastizität: Warum dein Gehirn nicht für immer im Krisenmodus bleiben muss
Shownotes
Depression verändert das Gehirn.
Das klingt erst einmal beängstigend. Die gute Nachricht: Dein Gehirn kann sich auch wieder verändern.
In dieser Folge sprechen wir über Neuroplastizität, warum Grübeln und Hoffnungslosigkeit zu ausgetretenen Wegen werden können und weshalb Therapie, Bewegung, Beziehungen und Wiederholung einen echten Unterschied machen.
Veränderung braucht Zeit. Sie bleibt trotzdem möglich.
SHOWNOTES
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00:00:00: Willkommen zurück zu einer neuen Folge von Hauptbruflich-Depressiv.
00:00:05: Ich bin Gordon Schoenwälder und ich bin kein Experte, ich bin keinen Psychotherapeut oder Psychiater, nur Betroffener.
00:00:16: Das bedeutet, dass ich die Dinge teile, die ich erlebe, die mir helfen, die mich auch nicht helfen und versuche hierzu entstigmatisieren.
00:00:25: was mit Depression eben.
00:00:27: am Start ist, dass es einfach eine Krankheit ist die man gut behandeln kann wenn man sie frühzeitig erkennt und die aber auch tödlich enden kann.
00:00:39: Wenn man sie nicht behandelt.
00:00:40: und alles dazwischen.
00:00:42: hier das Thema.
00:00:44: heute möchte ich mal so wie sagen also ich wollte eigentlich eigentlich wollte ich eine Folge machen über das Thema Neuroplastizität Aber das habe ich dann ziemlich verkopft gemacht, ehrlich gesagt.
00:01:02: Und hab mir jetzt gedacht, ich versuche das hier mal konstruktiv zu machen damit es eben nicht so wissenschaftlich daherkommt sondern wirklich auch etwas für uns die wir da verändern wollen drin ist Wenn ich hier das ein oder andere medizinische mitgebe Ich versuch dass irgendwie im Zaun zu halten.
00:01:30: Jetzt bin ich in meinem ersten Berufsleben Ergotherapeut, in der Neurologie gewesen.
00:01:35: Das heißt so ein bisschen Neurologie steckt da auch noch in mir drin und auch noch ein gutes Stück Interesse an dem Thema.
00:01:42: Ich versuch das aber nicht weil du zu dumm bist dazu sondern weil es einfach ja das ist oftmals einfach Nicht nichts Dinge die in der über die man sich sonst so unterhält.
00:01:56: also ich versuche dass hier so ja verständlich zu machen, wie es irgendwie geht.
00:02:05: Depression ist ja oft sowas gefühliges das sind so Sachen die mit Emotionen zu tun haben und mit Antrieb und mit schlechter Laune und mit düsteren Gedanken also vieles in einer Black Box im Kopf passiert sehr schlecht.
00:02:28: nur greifen, weil am Ende sind das Nervenzellen.
00:02:30: Am Ende sind es Botenstoffe.
00:02:32: Am ende sind das Hirnareale die da ja für sorgen dass es uns so geht wie's und so geht Und Das ist in den seltensten Fällen etwas angeborenes Weil das Gehirn ist erstmal das Gehör.
00:02:49: Ja Es gibt durchaus auch eine genetische Komponente bei dem Thema Depressionen und vielen anderen Erkrankungen was man da Vielleicht auch eine gewisse Vorprägung hat, genetisch gesehen.
00:03:01: Aber das heißt nicht zwangsläufig dass man auch Depressionen bekommen muss.
00:03:06: Es sind auch die Dinge die im Außen passieren Erfahrungen Erlebnisse die ich mache Die dann auch wiederum sich Wir auswirken auf das Gehirn.
00:03:16: Du bekommst von außen einen Reiz Eine Erfahrung du machst da irgendwie Ja, du erlebst etwas und dann wird das im Gehirn irgendwo kodiert.
00:03:29: Wie so eine Art Engramm, wenn man das so will ein bisschen wie in der Wand geritzt oder in ein Stück Holz geritst oder sowas.
00:03:36: Das bleibt als Information da Und mit der Zeit und mit der Masse an diesen Einträgen im Hirn formt sich unsere Persönlichkeit So und da kann es einfach sein dass Menschen eine Depression entwickeln damit das Gehirn überhaupt in der Lage ist, eine Depression zu bekommen.
00:03:57: Das ist jetzt so ein bisschen der negative Teil der Neuroplastizität und was es genau ist, da komme ich gleich zu.
00:04:05: Also damit man überhaupt eine Depression bekommen kann muss das Gehörn ja weiterhin formbar sein.
00:04:09: Damit wir Erfahrungen, Erlebnisse lernen passiert, muss das gehirn formbar seien.
00:04:14: Es muss also so sein dass wenn nicht zum Beispiel eine Fremdsprache erlerne dass dann ein Bereich oder Bereiche im Gehirn entstehen, die dafür sorgen, dass diese Vokabel und die Fähigkeit eine Fremdsprache zu erlernen immer drin ist.
00:04:30: So es gibt so Sachen wie Fahrradfahren.
00:04:31: das verlernt man nicht sagt man so im Volksmund Und das ist auch irgendwo abgespeichert.
00:04:37: Damit das passieren kann muss das Gehirnen formbar sein Das Gehirnsmuss in der Lage sein neue jetzt nicht neue Nervenzellen zwangsläufig zu entwickeln, sondern Verbindungen zwischen Nervenzellen aufzubauen.
00:04:53: Eine Nervenzelle kann an ganz viele Verbindungs verschiedensten anderen Nervenzählen aufbauen und das bedeutet im Endeffekt dass ich lerne je mehr ich mich einen bestimmten Bereich auskenne desto ausgeprägter ist ein Areal im Hirn.
00:05:09: so Das nennt man Neuroplastizität also die Fähigkeit dass das Gehirn so ein bisschen wie Knete Formbar ist.
00:05:20: Weil an Depressionen ist es nicht anderes, so ich habe Erfahrungen gemacht im Leben und diese Erfahrungen haben Einträge in meinem Hirn gemacht und dafür gesorgt dass ich schlechte Stimmung habe meine Antriepenprobleme wird und also all die Dinge die man da im Hirn hat.
00:05:37: So die Frage ist jetzt wenn das durch die Depression passiert?
00:05:42: Also das Gehirn sich verändert kann sich dann mein Gehirnen überhaupt wieder zurück verändern.
00:05:50: Ja, also deswegen möchte ich hier heute mal etwas weniger gefühlig sein sondern tatsächlich positiv neurologisch, physiologisch sein und ich kann das schon einmal vorwegnehmen.
00:06:04: ja das Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig Und Das heißt aber auch dass Heilung möglich ist.
00:06:14: nicht von heute auf morgen geht Ja, also es geht aber eben nicht von heute auf morgen.
00:06:21: Ich habe in der Zeit in der Neurologie krasse Sachen gesehen.
00:06:25: Also da hatte ich Schleppungsmäßig mit Menschen gearbeitet die einen Schlaganfall hatten oder ein Blutung im Gehirn oder einem Verschluss eines Gefäßes das das Gehirne nicht mehr versorgt wird und Gehirneszellen sind zu Areale abgestorben.
00:06:44: Du kennst vielleicht dass dann jemand Eine ganz typische Typischen Gang hat, wenn er so durch die Gegend läuft und man denkt ah der hat vielleicht einen Schlaganfall oder wenn jemandem eine Seite des Gesichtes runter hängt.
00:06:56: Oder wenn jemand nicht auf einmal nicht mehr sprechen kann.
00:06:58: das sind so Dinge die bei einem Schlagan Fall passieren können.
00:07:01: ich habe Menschen gesehen die Nicht mehr gehen konnten die nicht mehr Sprechen konnten wo dann andere Dinge passiert sind wo dann Auf einmal andere Hirnbereiche Hirnareale diese Aufgabe übernommen haben.
00:07:18: Also bloß weil das, weil eine Nervenzelle gerade für einen bestimmten Bereich zuständig ist heißt es nicht dass die auch andere Aufgaben übernehmen kann und sich anpassen können.
00:07:28: Und es gibt durchaus einige erstaunliche Berichte darüber, dass Menschen die im Erwachsenenalter eine komplette Hirnhälfte verloren haben durch Unfälle oder wenn man die raus nehmen musste... ein paar mal so gewesen, dass man denen dann eine Hirnhälfte rausnimmt bei Epilepsien zum Beispiel und das das Gehirn nicht jünger ist.
00:07:51: Ist natürlich in der Lage ist es zu kompensieren, dass die nahezu ein normales Leben führen können mit einer Hirnhölfte wo man vielleicht merkt okay im einer Körperhälfte ist die Kraft nicht so da oder vielleicht die Koordination nicht so aber komplett lebensfähig.
00:08:08: also das ist so.
00:08:09: die Fähigkeit Das Hirn sich zu verändern, das nennt man Neuroplastizität so.
00:08:15: Und das Gehirn passt sich ständig an.
00:08:17: Lernbewegungen Beziehungen Therapien alles Dinge die Spuren im Hirn hinterlassen.
00:08:22: und das ist zwar so dass man Kindern zuschreibt dass es besser geht mit der Neuro-Plastizität aber das heißt nicht dass es bei Erwachsenen dann irgendwie aufhört.
00:08:34: Wie gesagt Depression verändern das Geirr da ist nicht nur eine schlechte Stimmung Die einfach irgendwo durch die Fuß, irgendwo da sind.
00:08:42: Sondern bestimmte Hirnregionen und Netzwerke im Hirn arbeiten dann anders als bei Menschen ohne Depressionen.
00:08:52: Das liegt oft an bestimmten Botenstoffen.
00:08:55: Dopamin ist ein Thema für den Antriebenthema aber auch für Belohnung und Motivation also alles so Dinge, die eine Rolle spielen.
00:09:02: Dann haben wir einfach weil wir viel negativ denken Unser Stresssystem, unser Angstsystem läuft auf Hochtouren.
00:09:14: Und es kann schon sein und das zeigt die Forschung dass positive Erfahrungen bei Betroffenen die weniger stark erreicht.
00:09:26: Das heißt Die Neuroplastikität ist bei Menschen mit einer Depression nicht ganz so hoch wie beim Menschen ohne Depression.
00:09:37: aber Auch da kann ich jetzt nochmal sagen, so bleib mal ruhig dran.
00:09:40: Das bekommt hier eine Happy Endwende, so möchte es.
00:09:46: So das heißt wenn ich der Veränderung im Hirn habe durch Depressionen also in welchen Bereichen wo es um Gefühle geht oder Emotionen oder Emotionsteuerungen dass die durchaus auch kleiner werden können, dass sie sich abbauen aber auch wieder veränderbar sind, die eigentliche Aufgabe wieder übernehmen können.
00:10:09: Und das ist ein gutes Zeichen.
00:10:12: Also, stell dir das mal so vor wie so einen Wald und da sind so Trampelfahre.
00:10:18: Das kennen wir ja, ne?
00:10:19: So geht es durch den Wald oder wenn du irgendwo in irgendeinem Campus bist, in der Uni, da sind die Wege teilweise ausgetrampelt... ...oder wenn du gibst irgendwelche Jobbereiche wo man dann auch so Tramplfade findet.
00:10:34: Ziemlich genau so, wenn dann – kannst du dir vorstellen wie da in der Irren funktioniert.
00:10:39: Gedanken und Verhaltensweisen sind Wege die man schon getramppelt hat.
00:10:45: Häufig genutzte Wege werden breiter, fester, das werden irgendwann richtige Autobahnen.
00:10:52: Bei einer Depression entstehen diese Autobahn für Grübeln, für Selbstkritik, für Hoffnungslosigkeit, für sozialen Rückzug usw.
00:11:04: neue Wege gehen möchte.
00:11:06: Zum Beispiel durch die Therapie oder eine andere Erfahrung, dadurch dass jemand etwas sagt... Dann ist das anfangs super ungewohnt und vielleicht auch anstrengend!
00:11:19: Und was da wichtig ist bei dem Thema Neuroplastikität ist Die Wiederholung.
00:11:26: Mit Wiederholungen werden eben aus diesen kleinen Faden, die man gerade noch mit der Machete überhaupt erstmal freigelegt hat, irgendwann stabile Wege.
00:11:37: Und irgendwann hat man einen besseren Zugang zu diesem neuen Trampelfahrt und muss nicht die Autobahn nehmen.
00:11:47: Die Autobahn wiederum, die verkümmert.
00:11:52: Das wird brüchig!
00:11:53: Die Natur holt sich das zurück, dann wachsen da irgendwelche Pflanzen drin so ein bisschen wie bei The Walking Dead wenn sie dann durch bei Autobahnen gehen Pflanzen wachsen, also ich mag das Bild vom Bambus der sich ohne weiteres durch Asphalt bohren kann.
00:12:13: Irgendwann holt die Natur sich das zurück und ich mag diesen Gedanken dass diese Strukturen die die Depression einmal geschaffen hat ja wieder irgendwann in einen anderen rohen Modus zurückgeht und man neue bessere Wege gefunden hat.
00:12:31: Neuroplastikität heißt jetzt aber nicht Positives Denken.
00:12:39: Niemand kann sich gesund denken selber und Depression ist jetzt auch keine Charakterschwäche, manche können das, manchen können es nicht.
00:12:50: Veränderung auch bei der Depression entsteht durch Wiederhol zur Erfahrung.
00:12:56: immer und immer wieder neu versuchen und nicht durch den einzigen Entschluss.
00:13:00: willenskraft allein reicht er oft nicht aus.
00:13:04: Deswegen bin ich ein ganz großer Freund von Therapie, von Menschen begleiten auf einem Wege.
00:13:10: Immer wieder Wiederholung, Wiederholungen bis ein neues System entsteht.
00:13:19: Das ist bei manchen Sachen einfacher.
00:13:22: also zum Beispiel Mechanismen die mir helfen Bei meinen Kindern wenn sie irgendwie laut sind und irgendwie randalieren, weit Kinderhalt zu tun.
00:13:34: Da kann ich dann ... Weil ich diesem Reiz ständig ausgesetzt bin diese Mechanismen immer wieder neu trainieren dass ich mich mal kurz sammle das ich mal innerlich bis zehn zähle und dann weiß was ich zu tun habe, ne?
00:13:49: Dass ich eine Grenze setze, dass ich halt die Dinge mache, die ich dann so mache Das mach' ich täglich Wenn ich mir aber vorstelle Angst vor Krebs habe.
00:14:02: So und das zwar auch besser wird, aber wenn die Hautkrebsuntersuchungen wieder nähert werde ich nervös.
00:14:12: Das bedeutet... Ich mache das einmal im Jahr.
00:14:15: Es braucht also vermutlich noch ein paar Jahre bis ich da nennenswerte Effekte hatte Wobei ich beim letzten mal einen Hautkreb-Screening auch den Anoka hat, das war schon bisschen besser.
00:14:25: Aber ne?
00:14:25: Wenn du halt seltener in diesen Reizen oder in diesem Umgebung oder Situationen bist, dann braucht man da vielleicht auch ein bisschen länger.
00:14:34: So und das ist halt einfach so ne?
00:14:37: Also was... Inwieweit hilft denn jetzt Neuroplastizität dabei dass wir wieder besser werden Oder uns aus der Depression herausarbeiten?
00:14:48: Und da gibt es ein paar Sachen die wirklich eine Rolle spielen können wenn man an Therapie an Verbesserung dran geht und das wirklich möchte.
00:15:01: Psychotherapie ist da der erste Punkt, du lernst neue Sichtweisen kennen?
00:15:06: Du lernest Muster kennen?
00:15:08: Warum reagiere ich so?
00:15:09: Wann reagiere Ich so?
00:15:10: was ist vorher passiert?
00:15:13: Und wie könnte man jetzt wenn ich dann in diesen Situationen bin sich anders verhalten?
00:15:18: die könnte man ausprobieren diese neuen Verhaltensweisen und gucken was ist der Effekt.
00:15:24: Also ich hab zum Beispiel, mach das immer so weil ich ja gerne mal katastrophisiere... ...und was is wenn?
00:15:28: Und was is when?
00:15:30: Dass ich mir das Geh'n Mal wieder aufschreibe!
00:15:32: Ich habe Sorgen davor Das und keine Ahnung.
00:15:36: und wenn ich dann am Ende des Tages aufschreibe war natürlich wieder nix War natürlich wieder Sorge die ich mir umsonst gemacht habe Dann erkenne ich sukzessive dass ich da einfach anderes verhalten ausprobiere und dann beim nächsten mal gucke wie bin ich denn damit zurechtgekommen.
00:15:57: Und dann merke ich eine Verbesserung in bestimmten Bereichen, das muss man sich tatsächlich dann auch visualisieren oder mit dem Therapeuten der Therapeutinnen absprechen so.
00:16:08: Wichtig ist es am Anfang habe ich schon gesagt super anstrengend!
00:16:18: Ich finde Therapie auch schon super anstrengend, weil da im Hirn so gerödelt wird.
00:16:21: Und wenn ich dann aber irgendwie vielleicht ein Konfliktgespräch mit jemandem habe und mich dann mit welcher neuen Verhaltensweisen ausprobiere, ist das sauanstrengende.
00:16:34: Das muss man lernen!
00:16:37: Bewegung ist auch etwas was dafür sorgen kann dass die Neuroplastizität bei Mensch, wenn der Depression wieder angekurbelt wird.
00:16:47: Bewegung ist da prinzipiell immer gut.
00:16:50: Sport fördert die Ausschüttung von Botenstoff und Dopamin usw.
00:16:54: Und auch eben so bestimmten Wachstumssachen, dass das Hirn auch wieder angeregt wird sich zu verändern.
00:17:01: Das muss nicht Hardcore-Sport sein.
00:17:04: Da reichen schon regelmäßige Spaziergänge.
00:17:07: Dass man rausgeht mit dem Hund geht oder mal eine extra Runde mit einem Kaffee im ... Kaffeetambler.
00:17:15: So eine Runde um Block, es geht nicht um Höchstleistung!
00:17:19: Es geht um Bewegungen, regelmäßige Bewegungen ist natürlich ich weiß das für viele Betroffene schon schwer genug.
00:17:28: oder es ist schwer genug überhaupt den Hintern aus dem Bett zu kriegen.
00:17:31: also machen wir uns nichts vor da jetzt regelmäßig noch Bewegungen reinzukriegen ist natürlich nicht einfach zeigt aber dass diese Depressionen einfach schon ziemlich... ziemlich groß, mittelgradig vielleicht sogar schwer ist.
00:17:46: So und da muss man auf jeden Fall jemanden drauf gucken lassen kann.
00:17:50: Antidepressiva können diese Bedingungen schaffen unter denen Veränderung leichter möglich ist weil die nicht nur dafür sorgen dass die Stimmung besser wird sondern auch dafür sorgen das das Hirn neuroplastischer wird also sich besser verändern kann.
00:18:07: so Das ist etwas was ich jetzt in der Recherche für diese Folge eigentlich erst entdeckt habe oder für mich klar habe.
00:18:16: Die erste Therapeute, mit der ich gearbeitet hab die sagte Antidepressiva hält sich für gut weil sie ein erst so richtig in die Lage bringen sich zu beruhigen.
00:18:31: das ist das ganze Stress und Flucht und Sympathikus Parasympathicus vegetatives Nervensystem.
00:18:37: bisschen runter reguliert wird man dann einfach entspannter an diese Therapie herangehen kann.
00:18:46: Ja, und es ist halt so, dass das auch anregend für die Neuroplastizität ist.
00:18:51: Also ein wichtiger Baustand ersetzt keine Therapie oder auch keine neuen Erfahrungen sind aber ein ganz wichtiger Baustein.
00:19:01: Auch einen ganz wichtigen Punkt!
00:19:03: Menschenbeziehung, Menschen verändern Menschen – wenn ich mich jetzt verstanden fühle Wenn ich etwas reflektiere zu Hause oder mit meiner Partnerin spreche, dann hat das etwas Positives für das Gehirn.
00:19:18: Isolation verstärkt oft diese depressiven Muster und das ist es für alle Menschen eine bittere Pille die mehr oder weniger alleine sind oder dass ja nun mal auch etwas was bei der Depression passieren kann sich sozial isolieren, die also immer weniger Kontakt suchen mit Menschen.
00:19:38: Und es ist hart.
00:19:41: und trotzdem ist es etwas, wenn du dich verändern möchtest.
00:19:45: Wenn du an die Therapie, wenn Du an die Depression ranmöchtest dann ist es gut mit Menschen zumindest zu sein dabei zu sein Verbindungen schaffen neue Erfahrungen und das eine gute Sache.
00:20:02: So diese neuen Erfahrungen sind gut und Das kann man in der Therapie eben auch nutzen.
00:20:07: das Gehirn liebt eine gewisse Vorhersagbarkeit.
00:20:10: Sachen die ungewiss sind, mag es nicht und neue Erfahrungen liefern einfach neue Daten.
00:20:18: Es liefert neue Ergebnisse.
00:20:19: Also sie da!
00:20:20: Wenn ich also meine eine Grenze aufzeige bei der Kollegin dann ist das besser für mich so.
00:20:27: Und diese kleinen Sachen die kann ich mir besonders gut ins Hirn transferieren wenn ich einfach ja bin ich da einfach einfach diese Erfahrung auch mache und sie mir spürbar mache.
00:20:48: Ich, wie gesagt ich lieb das total Sachen aufzuschreiben.
00:20:53: Jetzt natürlich die Frage Mensch jetzt habe ich hier Sachen gelernt oder gemerkt dass da jetzt irgendwie ein Verhalten besser ist als das andere.
00:21:04: warum dauert dann jetzt das Ganze denn trotzdem so lange?
00:21:08: Weil eben diese neuronalen Verbindungen nicht über Nacht entstehen, also die Masse nicht.
00:21:13: Also ich glaube dass sie tatsächlich in der nacht größtenteils bestehen oder entstehen wenn das Gehirn schläft und da der Umbau und die Erholung stattfindet.
00:21:29: Ich glaub' das ist schon in der Nacht passiert aber eben nicht in Gänze über Nacht.
00:21:34: Alte Muster sind da erstmal, diese Autobahnen sind da die sind ja oftmals, weil wir so Funktionierer sind auch über Jahre entstanden.
00:21:43: Wie willst du das jetzt von jetzt auf gleich weg machen?
00:21:45: Das geht nicht mehr und diese neuen Wege, die brauchen einfach dann wiederholen.
00:21:50: Und das fühlt sich dann nicht immer als Fortschritt an und fühlt es sich langsamer an, oftmals auch langsame.
00:21:59: also tatsächlich ist und auch hier wieder Sachen aufzuschreiben, die auf einmal geklappt haben wenn sie noch so klein sind hilft dabei zu verstehen, okay hier bei mir entsteht Veränderung.
00:22:14: Ein kleines Beispiel ich hatte einen kleinen Konflikt mit jemandem in meinem sportlichen Umfeld und das hat mich ganz schön geärgert muss ich sagen und es wäre vor einem guten Jahr noch echten Grund gewesen dass ich so psychisch abrausche.
00:22:38: Ich war nicht wirklich jetzt voller Freude, dass mir das passiert ist.
00:22:42: Joche!
00:22:43: Ein Konflikt?
00:22:44: Nein, das ist jetzt nicht... Aber es hat mich nicht so runtergezogen.
00:22:48: Ich habe Strategien ja an der Hand.
00:22:49: Ich hab immer eine Frau gesprochen und ich hab's aufgeschrieben.
00:22:51: Ich habs versucht mit einem Kumpel mal zu bequatschen.
00:22:57: Ja, und siehe da.
00:22:59: Es war jetzt nicht so, dass ich denke, geil super Tag.
00:23:02: Toll, dass die diesen Konflikte hatte.
00:23:04: aber es war so, Dass sich dann am Ende sagen konnte.
00:23:07: wer weiß wofürs gut ist.
00:23:09: Ja, wer weiß wie viel es gut ist?
00:23:10: Gewitter reinigen in die Luft und dann wird das schon irgendwie.
00:23:14: Also... Das habe ich mir aufgeschrieben und sehe da Veränderung.
00:23:19: Das ist etwas Eindeutiges!
00:23:23: Es wird aber nicht diesen einen Durchbruch geben.
00:23:26: Das braucht alles Zeit.
00:23:28: Das brauchen viele kleine Schritte.
00:23:29: Es braucht Therapie.
00:23:30: Es brauch Bewegungen.
00:23:31: Es brauche Menschen.
00:23:32: Es brauchen Entscheidungen.
00:23:33: Ich muss es auch wollen.
00:23:35: Und dann wird er am Ende auch ein Schuh draus.
00:23:40: Depression ja, kann dein Gehirn erstmal in Anführungsstrichen negativ verändern.
00:23:47: Ja die Neuroplastizität wird bei Menschen mit Depressionen etwas weniger.
00:23:53: Datenlage zeigt aber dass sich das Gehirnt trotzdem ausreichend verändert wenn ich mit Therapie, wenn nicht mit Bewegung und auch vielleicht Antidepressive arbeite.
00:24:06: Bloß weil ich jetzt depressive Phasen habe heißt es nicht, dass die bleiben müssen.
00:24:15: Für mich ist es immer ein unfassbares Erlebnis oder eine verunfaßbare Erkenntnis dieser Neuroplastizität, ich kann das gar nicht genug formulieren was ich in der Neurologie alles so sehen durfte.
00:24:32: Ich habe aber viel tragisches erlebt wo Menschen einfach gestorben sind keine Frage Aber vieles eben auch was durch Therapie besser geworden ist.
00:24:41: Und heißt es, dass sich die Depression immer komplett los werden kann?
00:24:46: Ja vielleicht nicht.
00:24:47: Wenn die Autobahn fest genug ist und ich jetzt ... Was weiß ich, die letzten zwanzig Jahre meines Lebens... Also seit ich Anfang Mitte zwanziger bin, diese depressiven Verhaltensweisen zeigen, ist das schon eine verdammt große Autobahn!
00:25:05: Ich werde sicherlich noch einige Jahre brauchen um diesen Trumpbibvater neben auszubauen.
00:25:12: Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich das schaffen werde.
00:25:15: Aber!
00:25:16: Das Ziel ist es, dass sich immer besser und mich jedes Mal zwinge... ...nicht die Autobahn zu nehmen sondern diesen Trampelpfad.
00:25:26: Das ist ein arschvoll Arbeit.
00:25:29: Das will ich dir gar nicht schön reden.
00:25:31: Und trotzdem bemerke ich bei mir Veränderungen ins Positive.
00:25:37: Manchmal ist es einfacher die Autobahnen zu nehmen weil die Energie nicht da ist wegen dem Trampelfahrt.
00:25:44: Ja, es gibt diese Tage und die hakt man ab, schlägt eine Eidruhr.
00:25:48: Und dann hat man am nächsten Tag eine neue Möglichkeit.
00:25:53: So Veränderung ist biologisch physiologisch möglich.
00:25:58: Ein bisschen Hoffnung würde ich dir gerne mitgeben.
00:26:05: Das heißt da nicht dass du auch wenn du Therapie machst das morgen alles gut ist.
00:26:11: Hoffnung heißt eben das Veränderungen grundsätzlich möglich bleibt selbst nach Jahren Rückschlägen.
00:26:19: Selbst dann, wenn man es gerade nicht sehen kann und deswegen bin ich hier und leide ihr meine Zuversicht.
00:26:24: Es ist ein bisschen länger geworden hier das Ding glaube ich.
00:26:28: Ich guck grad mal auf meinen Timer bei sechsundzwanzig Minuten.
00:26:32: Aber hilft alles.
00:26:33: nichts muss einmal gemacht haben.
00:26:35: das Thema Neuroplastizität war mir doch sehr wichtig Und ich erlaube mir jetzt kein besonders großen Schnitt mehr da dran sondern ich werde es einfach veröffentlichen weil Samstag ist und heute eine Folge rauskommt.
00:26:50: Also ich hau das Ding jetzt einfach mal mehr oder weniger nackig raus, okay?
00:26:55: Ich wünsche dir einen ganz, ganz tollen Tag!
00:26:57: Freue mich wie immer über Reaktionen, Instagram, TikTok
00:27:00: usw.,
00:27:01: findest du alles in den Show-Notes.
00:27:03: Wenn ihr das über Spotify hört, freue ich mich auch wenn ihr da einen Kommentar schreibt was dir gefallen hat, was dir vielleicht noch nicht gefallen hat ,was deine Erfahrung mit dem Thema Veränderung ist und und und haut es also gerne mal rein.
00:27:13: Es wird mich sehr freuen.
00:27:16: In diesem Sinne sage ich bis dahin, dein Gordon Schoenbilder.
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